Gifkendorf – Wikipedia

Gifkendorf
Gemeinde Vastorf
Koordinaten: 53° 11′ N, 10° 33′ OKoordinaten: 53° 11′ 22″ N, 10° 32′ 54″ O
Höhe: 62 m ü. NHN
Einwohner: 129 (2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 21397
Vorwahl: 04137
Gifkendorf (Niedersachsen)
Gifkendorf (Niedersachsen)

Lage von Gifkendorf in Niedersachsen

Gifkendorf (niederdeutsch Gifkendörp[2]) ist ein Ortsteil der Gemeinde Vastorf in Niedersachsen.

Der Ort liegt 500 Meter südlich von Vastorf. Eineinhalb Kilometer südwestlich befinden sich die Großsteingräber von Rohstorf.

Am heutigen Ort befand sich um Christi Geburt eine germanische Siedlung, die wahrscheinlich im 3.–4. Jh. verschwand.[3] Das Dorf entstand viel später. Die erste Erwähnung im Archiv ist datiert im Jahr 1262 nach Chr. Aber das Dorf war ein bißchen älter. Wahrscheinlich entstand es in der 2. Hälfte des 12. Jhs. Die ersten Einwohner sind offenbar Slawen gewesen, die wahrscheinlich als Kriegsgefangene oder deportierte Bevölkerung nach Niedersachsen im Zuge der Wendenkreuzzüge aus Mecklenburg und Brandenburg kamen. Das Dorf wurde als Rundling angelegt und bestand damals aus 6 Höfen. Das Dorf wurde zunächst unter dem Namen Jeveken bekannt, dann Jevekenthorpe und erst im 16. Jh. wurde der Name germanisiert und so kam man zum Namen Gifkendorf.[4] Bis 1800 erfuhr das Dorf keine nennenswerte Änderung. Aber im Laufe des 19. Jhs. mit der Agrarrevolution wurden 6 weitere Höfe im Dorf gegründet. Das Dorf entwickelte sich weiter und verlor allmählich die Rundlingstruktur.[5]

Für das Jahr 1848 wird angegeben, dass Gifkendorf 14 Wohngebäude hatte, in denen 128 Einwohner lebten.[6] Zu der Zeit war der Ort nach Wendhausen eingepfarrt und gehörte zur Filialkirche in Vastorf, wo sich auch die Schule befand.[7] Am 1. Dezember 1910 hatte Gifkendorf im Landkreis Lüneburg 98 Einwohner.[8] Am 1. März 1974 wurde Gifkendorf nach Vastorf eingemeindet.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gifkendorf hat der Merlin Verlag seinen Sitz.

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Demographiegutachten für den Landkreis Lüneburg September 2018. (PDF; 7 MB) Amt Neuhaus, S. 262, abgerufen am 4. Mai 2024.
  2. Günther Wagener: Verzeichnis der Städte, Samtgemeinden, der Mitgliedsgemeinden und Ortsteile in der Hansestadt und dem Landkreis Lüneburg mit dem Eintrag der plattdeutschen Ortsnamen. (PDF) In: www.landkreis-lueneburg.de. 27. August 2015, S. 7, abgerufen am 22. Dezember 2018.
  3. Gifkendorfer Geschichten. 24. Juli 2024, abgerufen am 2. August 2024.
  4. Gifkendorfer Geschichten. 24. Juli 2024, abgerufen am 2. August 2024.
  5. Gifkendorfer Geschichten. 24. Juli 2024, abgerufen am 2. August 2024.
  6. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, 1848, S. 102 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, 1848, S. 220 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Königreich Preußen – Provinz Hannover – Regierungsbezirk Lüneburg – Landkreis Bleckede. In: www.gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, 24. Mai 2018, abgerufen am 20. Dezember 2018.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 233 (Digitalisat in: Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder).